Sonntag, 24. November 2013

On Poetry

 "Always the real world is the bank on which the poet draws his cheques; and though a metaphysical lyric may be a fine and private place, all the meanings embraced within it are but passengers who come there from the public, eternal, objective world of reality and haste thither again..."
C.S.Lewis in "Image and Imagination"

Dienstag, 12. November 2013


Ein kleines Mädchen, dass sich aus der abendlichen Runde der Erwachsenen verabschieden sollte, wurde gefragt, ob sie uns noch etwas sagen wolle, bevor sie zu Bett ginge. Sie zögerte, nahm ein rotes herzförmiges Kissen vom Sofa, küsste es und sagte:
„Gott küsst eure Herzen“.

Sonntag, 15. September 2013

Myosotis



Einmal traf ich eine biologisch sehr bewanderte Person, die sagte mir zum Abschied "Myosotis". Ich - weniger botanisch bewandert - schaute nach: Vergißmeinnicht heißt das also. Im Deutschen ist das für mich übrigens das schönste Beispiel eines der vom Aussterben bedrohten Genitive... Mit der genannten Person ist "Myosotis" zur Grußformel geworden...
 
Von wem willst Du, dass er dich nicht vergisst?
 
Mir fällt zu dem Thema noch was Besonderes ein: Yad Vashem. "Denkmal" und "Name". Die Holocaustgedenkstätte in Israel. Die Bezeichnung geht zurück auf ein Versprechen, dass der Gott der Bibel gegeben hat:
"...denen gebe ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen, besser als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen werde ich ihnen geben, der nicht ausgelöscht werden soll..." (Jesaja 56,5)

Gott gibt mir einen Platz und einen Namen?

"...und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt..." 

"...wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen..."

Jesus hat dazu jedenfalls gesagt:

"...Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, würde ich euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten?
Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin...."



Soviel zum Thema... Myosotis!

 


Mittwoch, 4. September 2013

Eine Deutsche in ... Firenzeee!

In Firenze ist der Frühherbst so hochsommerlich, dass das luftigste Kleid gerade recht ist, um ihm zu begegnen. Abends weht ein lauer Wind durch die Straßen, die Wärme des Tages steigt von den Steinen auf. Auf der Piazza della Signoria sitzt man auf den Treppen des Palazzo Vecchio und der Galeria degli Uffizi. Ein einsamer Gitarrist zupft melancholische Melodien. Meine Gedanken wandern durch den Tag. Wie ich im Battistero saß, zu den goldenen Mosaiken hinaufblickte und (wie man mir prophezeit hatte) begriff, was mit "umgekehrter Perspektive" gemeint war. Wie ich durch die Straßen irrte. Und wie ich, nachdem mein Versuch, einen Inhaber der "Ciao-Bella"-Mentalität mit etwas mehr Eleganz in die Flucht zu schlagen, gescheitert war, seufzend doch wieder zur einfach nachhaltigsten Methode der radikalen Brüskierung gegriffen hatte. Oder, viel erfreulicher, wie der Cappuccino des Morgens geschmeckt hatte - so ganz anders als zu Hause.
Hmmm. Was für ein schöner Tag!
Erfüllt trat ich langsam meinen Rückweg zum Hotel an, der mich vorbei an der Piazza del Duomo führte. Dort ertönten die Klänge eines Akkordeons. Ich wollte nur ein paar Minuten mit dem Blick zu Santa Maria del Fiore verweilen. Doch der Akkordeonspieler war wirklich richtig gut, und so geriet es für mich zum Open Air. Bach, Pachelbel,  und auch der Komponist der Amélie-Stücke gaben einander die Hand. Als nach und nach ein paar Leute sich auf der Straße niederließen, um zu lauschen, ließ der Solist voller Virtuosität die Finger fliegen. Ein Deutscher mit Threadlocks setzte sich auf den Boden. Dann eine französische Dame mit großen Holzohrringen. Ein Polizeiauto machte einen Bogen um uns und fuhr auf der anderen Straßenseite weiter. Dann erklangen Tangos - doch selbst in Italien wollte niemand so recht das Tanzbein schwingen. Bis ein kleines blondgelocktes Mädchen mit ihrer italienischen Mama die Straße zu ihrem Parkett machten. Wir lachten, der Akkordeonspieler wurde noch eifriger und spielte drei Tangos am Stück. Die kleine italienische Familie tauschte ein paar Wörter auf Englisch mit mir aus, die Großmama besaß die Freundlichkeit, mich auf die Hälfte meines realen Alters zu schätzen und deswegen direkt zu meinem Mut zu dieser einsamen Reise zu gratulieren. Nun ja, wir schieden mit einem überschwänglichen "Ciao" und einem Händedruck.
Ein Highlight des Abends habe ich dem gewogenen Leser bisher verschwiegen: Wer hätte wohl gedacht, dass man Vivaldis Winter auf dem Akkordeon spielen kann? Es ist möglich! Der Link führt zu einem Youtube-Video des heutigen Solisten: http://www.youtube.com/watch?v=1MKtEI0rho0 (erklärt das meine Faszination?).

Freitag, 9. August 2013

Tuscan reflections

Even for me as a keen photographer things would seem a little odd: At every spot that has been shot for billions of times, a bunch of photographers would gather round their carbon tripods, waiting for (what they call) the right light.
Yes, there may be very much truth in what some say: that praise is not complete until shared*. And yet... it is a little as if you (being a man :-)) met a beautiful woman, and instead of asking her out for dinner you took her to a photoshooting and show the images round to all your friends...
 
Have we run down the rolling hills barefeet? Have we smelled the heavy aroma of the many roses we passed by? Did we drink the colours of the sunset? Did we listen to the larks' songs? Did we let ourselves be comforted by the gentle breeze?
Have we tasted and seen, how good God is?

 
*Got that idea out of "Desirig God", the author of which (John Piper) seems to have got it (among others) from C.S.Lewis. I mention that, because I think it well worth reading!
"... I think we delight to praise what we enjoy because the praise not merely expresses but completes the enjoyment; it is its appointed consummation.  It is not out of compliment that lovers keep on telling one another how beautiful they are; the delight is incomplete till it is expressed." (C.S. Lewis)